Klein, braun und in gold-rotes Glitzerpapier verpackt. Der Geschmack: edelherbe Kuvertüre als Grundton, Nougat, Marzipan mit einer Note Haselnuss und Pistazien. Richtig. Die Mozartkugel. Die kleine Leckerei ist ein Stück Salzburger Tradition, die an den berühmten Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) erinnert, der dort geboren wurde. Für den ein oder andern mag schon die Mozartkugel wie Musik auf der Zunge sein. Doch man kann auf den Spuren des einstigen musikalischen Wunderkindes noch mehr entdecken. Sein orangefarbenes Geburtshaus steht bis heute in der Getreidegasse 9. Später siedelte die Familie in ein größeres roséfarbenes Haus am Marktplatz 8 um. In der Schwarzstraße entstand im 20. Jahrhundert das „Mozarteum“. Das Jugendstilhaus steckt voller Ehre und Bewunderung für den berühmtesten Sohn der Stadt. Im Garten steht das Zauberflötenhäuschen. Hier soll Mozart von seinem Textdichter Emanuel Schikaneder eingesperrt worden sein, damit die Oper rechtzeitig zur Uraufführung 1791 fertig war. (Damals stand die hölzerne Gartenhütte noch in Wien, erst später transportierte man sie nach Salzburg). Seine Anfänge hatte der kleine Wolfgang Amadeus im Aulatheater der Alten Universität – da war er fünf. Heute hat Salzburg ihm sogar einen zentralen Platz mit Denkmal gewidmet. Auf dem St.-Sebastians-Friedhof fanden viele Familienmitglieder Mozarts ihre letzte Ruhe – ein Spaziergang dort ist wie ein Steifzug durch seine Kindheit. br> Trotz aller Liebe zu Mozart blieb die Festung Hohensalzburg das Wahrzeichen der viertgrößten Stadt Österreichs. Mit über 7000qm ist sie eine der größten Burgen Europas. Salzmagazin, Folterkammer, Reckturm, Wehrgang. Jeden Sommer gibt’s Extra-Touren, die einen ins 16. Jahrhundert und in Pfisterei, Weinkeller, viereckige Wehr und Kuenburgbastei entführen. br> Klar, Salzburg hat auch die erste Barockkirche nördlich der Alpen (Dom), das älteste Kloster im deutschen Sprachraum (Stift Sankt Peter), bekannte Schlösser wie Anif, Mirabell oder Freisaal und ein Glockenspiel. Doch fährt man vor allem wegen der Festspiele nach Salzburg. Traditionell wird Hugo von Hofmannsthals (1874-1921) „Jedermann“ bei der Kulturveranstaltung aufgeführt. Der Inhalt der Tragödie scheint den Zuschauern seit fast 100 Jahren zu munden. Genau wie die Mozartkugel.