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Elba
Die kleine Insel im Mittelmeer hatte es nie leicht. Heute gehört sie zur Toskana, aber bis dahin war’s ein langer Weg. Jeder wollte sie erobern. Warum? Ganz einfach. Auf Elba gab’s Mineralien. Das fanden schon die Etrusker (ab 750 v. Chr.) interessant. Vor allem das Eisenerz. Dann schauten die Römer (ab 246 v. Chr.) vorbei, um in den heilenden Schicken zu baden. Und den guten Wein zu trinken (die Insel hat bis heute hervorragende Tischweine wie Elba rosso oder Dessertweine wie Moscato). Schließlich kämpfen auch noch Spanier, Engländer, Deutsche und Franzosen um das 224qkm große Stück Land. Erfolglos. Italien hat gewonnen. Das bekannteste Mineral ist übrigens der Elbanische Hämatit. Der Stein schenkt Lebensmut – vielleicht sind die Menschen auf Elba deshalb so gut mit all den Eroberungen zurecht gekommen… Auf dem Monte Capanne findet man auch Turmalin und Beryll. Ein Aufstieg auf den höchsten Berg der Insel lohnt auch für Nicht-Mineralogen. Man wandert durch traumhafte Kastanienwälder und kann auf dem Weg auch gleich vom Mineralwasser „Fonte Napoleone“ testen. Direkt aus der Quelle.
Der Name der Hauptstadt Elbas Portoferráio kommt natürlich auch vom Eisenreichtum der Insel und bedeutet einfach „Eisenhafen“. Dazu ernannte sie kein geringerer als Napoleon Bonaparte (1769-1821) höchstpersönlich. Er kam 1814 nach Elba (man hatte ihn ins Exil verbannt) und baute sich in Portoferráio erstmal eine Winterresidenz, direkt neben der Festung der Stadt. Damit sich der Herrscher auch wohl fühlte, ließ er seine eigenen Möbel und Bücher aus Frankreich einführen. Doch das reichte nicht. Im Sommer musste ein weiteres Haus mit dünneren Wänden her. Die Sommerresidenz „Villa Napoleone“ steht in San Martio. Beide Wohnsitze können bis heute besichtigt werden. Doch trotz aller Annehmlichkeiten hielt der Kaiser es nicht lange auf Elba aus, verließ die italienische Insel nach nur zehn Monaten. Ob ihm wohl das typische Anisbrot „Sportella“ nicht mundete? Man kann’s kaum glauben. Nach antiker Tradition soll das nämlich guten Einfluss auf den Nachwuchs haben. Und den hatte er ja reichlich... (je)
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